Authentisches Hören nach Susanna Buttaroni

Beim authentischen Hören soll ein möglichst „authentisches sprachliches Umfeld“, also Sprache wie man sie im Alltag hört, in den Unterricht integriert werden.

Mit authentischen Hörtexten können Teilnehmer_innen so die Fähigkeit schärfen, Verbindungen zwischen Lauten und Bedeutung der Fremd-/Zweitsprache herzustellen. Wichtig ist hierbei, dass die Hörtexte nicht komplett verstanden werden müssen, sondern jeweils nur bestimmte Aspekte (Pragmatik, Semantik, …) bzw. das kontextuelle Verstehen im Mittelpunkt stehen.

 

Laut Susanna Buttaroni gliedert sich das „authentische Hören“ in folgende Arbeitsschritte:

  • Länge des Hörtextes: etwa 3-4 Minuten.
  • Dauer der Aktivität: etwa 45 Minuten.
  • Der Informationsaustausch sollte jeweils nicht länger als 3 Minuten dauern.
  • Die Aktivität ist sehr intensiv, sie soll auch sehr konzentriert durchgeführt werden.
  • Die Sprecherinnen werden vor allem eine lexikalische Bereicherung feststellen, weitere Wirkungen werden eher unbewusst erfolgen.
  • Vor allem das wiederholte Hören wird die phonologische Komponente schulen, was auf die Fähigkeit Wörter, Wortgrenzen, wahrzunehmen rückwirkt.

 

Hier der Ablauf:

  1. Hineinhören: Der Hörtext wird ein- bis zweimal abgespielt. Ohne inhaltliche Einführung oder Kommentare seitens der Lehrperson. Die Teilnehmer_innen werden aufgefordert aufmerksam zuzuhören.
  2. Informationsaustausch: Die Teilnehmer_innen tauschen sich aus, auch wenn es nur ganz wenig sein sollte. Der Austausch sollte in Paaren, zwischen Nachbar_innen, von statten gehen. Die Sprache ist vorerst die Muttersprache oder eine andere gemeinsame Sprache, sollte jedoch sobald wie möglich durch die Zielsprache ersetzt werden.
  3. Identifikationshören: Der Hörtext wird ein- bis zweimal abgespielt. Die Teilnehmer_innen sollen Wörter, Wortgruppen identifizieren. Sie können sich einige (3-5) Elemente notieren/merken und dann nach ihrer Bedeutung fragen.
  4. Informationsaustausch: Die Paare werden neu zusammengesetzt. Die gesuchten Elemente werden erfragt, neue Informationen werden ausgetauscht.
  5. Gemeinsames lebendes Wörterbuch: Die Paare geben ihre ungeklärten Wörter bekannt. Die Lehrerin fragt die Runde, ob das Wort gefunden wurde. Erst dann wird die Bedeutung durch die Zielsprache, Gesten oder Muttersprache erklärt.
  6. Anhören: Der Hörtext wird ein- bis zweimal abgespielt
  7. Informationsaustausch: Die Paare bilden sich neu, Informationen werden getauscht.
  8. Anhören: Der Text wird noch einmal angehört.
  9. Informationsaustausch: Die Paare bilden sich neu, Informationen werden getauscht
  10. Anhören: Abschließendes Anhören des Textes.

 

vgl. dazu im Detail: Buttaroni, Susanna (1997): Fremdsprachenwachstum: Sprachenpsychologischer Hintergrund und didaktische Anleitungen, Ismaning: Max Hueber Verlag.